Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt

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Unser Leitbild für das Brukenthalmuseum

1. Einleitung

2. Allgemeine Positionierung des Museums

3. Dialog der Kulturen

4. Regionalität und Internationalität

5. Aufgaben: Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln

6. Besucherorientierung

7. Barrierefreiheit

8. Organisation

9. Kommunikation

10. Kooperationen

11. Förderer des Museums

12. Leitbild im Wandel

 

 

1. Einleitung

 Die Evangelische Gemeinde A.B. Hermannstadt versteht sich als Partner der staatlichen Museumsinstitution Muzeul National Brukenthal.

 

In die gemeinsam verwaltete Institution bringt sie ihre unschätzbar wertvollen und unersetzlichen, angestammten Besitztümer, das Barockpalais Brukenthals sowie die eigenen Sammlungen mobiler Denkmalgüter, ein, während der Museumsunterhalt durch den rumänischen Staat bestritten wird. Die Zusammenarbeit beruht auf gegenseitigem Vertrauen sowie Respekt für einander und sowohl für das jeweils eigene als auch das gemeinsame Kulturerbe.

 

2. Allgemeine Positionierung des Museums

 Das Brukenthalmuseum ist mit seiner über 200-jährigen Tradition das älteste Museum Siebenbürgens. Mit seinen vielfältigen und bedeutenden Sammlungen in fünf Museen an sieben Standorten des Stadtgebietes ist es eng mit der Geschichte von Hermannstadt, der Region Hermannstadt und seiner pluriethnischen Bevölkerung verbunden. Zahlreiche Objekte stellen Bezüge zur europäischen Geschichte her, mit der auch die historischen Gebäude verbunden sind.

 

Die originalen Objekte des Museums vermitteln Authentizität - ein entscheidender Wert im Zeitalter der Virtualität – und schaffen Verständnis für Kultur und Geschichte. Durch sie soll das Brukenthalmuseum zu einem Transmissionsriemen für Bildung, Kultur und die Werte der Zivilgesellschaft werden. Das Museum darf dabei den einzigartigen Vorteil, das vollständig erhaltene Sammlungsspektrum einer barocken Sammlung der Aufklärungszeit und die ihm zugrunde liegenden Vorstellungen für das Publikum sichtbar machen zu können, nicht vernachlässigen. Gleichzeitig bemühen wir uns, das Museum auf das 21. Jahrhundert einzustellen: Hebung aller Standards, Besucherorientierung, Kinderfreundlichkeit, Barrierefreiheit, Transparenz der Abläufe, Freiheit und Exzellenz der Wissenschaften sowie ihre Vermittlung an das internationale Publikum bestimmen das Handeln für und im Museum.

 

3. Dialog der Kulturen

 

Sowohl die Kulturen Siebenbürgens als auch die anderer Landschaften sind Gegenstand unserer Bemühungen.

 

Wir setzen uns dafür ein, die vergangenen und gegenwärtigen Kulturen und Lebenswelten Siebenbürgens sowohl in einen Dialog untereinander, als auch in den Dialog mit der Geschichte der abendländischen Kulturen treten zu lassen, die in den Sammlungen mit herausragenden Zeugnissen von den Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart vertreten sind.

 

Wir respektieren den Wunsch der Siebenbürger Sachsen, dass ihr entscheidender Gründungs-, Forschungs- und Erhaltungsverdienst in der Vermittlungsarbeit des Museums einen festen Platz erhält. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass das Museum weltoffen geführt wird. Wir betrachten alle Kulturen als gleichwertig.

 

Das Brukenthalmuseum ist keine Nationalanstalt, die die Werte einer bestimmten Nation, einer ethnischen Gruppe, einer politischen Partei oder Person zu vermitteln hat, sondern ein Museum, dass die Vielfalt der Kulturen widerspiegeln soll. Mit seinem interkulturellen Charakter, dem Dialog der Kulturen, leistet es einen Beitrag zum Verständnis historischer Kulturepochen, zur Völkerverständigung und Toleranz.

 

4. Regionalität und Internationalität

 

Als Museum mit einzigartigen oder seltenen Beständen zur siebenbürgischen Geschichte und Kultur ist das Brukenthalmuseum dazu aufgerufen, letztere als besonderen Schwerpunkt zu begreifen. Es soll aber nie versäumt werden, die grenzübergreifenden Beziehungen der hiesigen Geschichts- und Kulturäußerungen mit darzustellen.

 

Da das Brukenthalmuseum aber gleichzeitig eines der wenigen großen Museen in Rumänien mit Objekten von hohem Rang ist, deren Entstehungs- und Herkunftsorte über ganz Europa und darüber hinaus verstreut sind, betonen wir neben dem regionalen auch seinen internationalen Charakter.

 

Nach unserem Verständnis ist das Museum ein kulturelles und gesellschaftliches Forum mit vielfältigen Aufgaben. Wir fördern aktiv die Begegnung und den Dialog zwischen Menschen verschiedener Kulturen.

 

5. Aufgaben: Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln

 

Wir setzen uns dafür ein, dass den klassischen Museumsaufgaben Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln gemäß des ICOM Code of Ethics (http://icom.museum/ethics.html) Rechnung getragen wird.

 

Der Tradition der Sammlungsursprünge folgend soll das Museum in Zukunft seine Sammlungen kontinuierlich nach einem festgelegten Sammlungskonzept mit dem Ziel, die Stärken der Sammlungen auszubauen, erweitern. Das beinhaltet sowohl die wissenschaftliche Dokumentation, als auch die Bewahrung der Objekte an konservatorisch geeigneten Orten sowie die sorgfältige Sicherung aller Informationen darüber.

 

Die Hebung aller konservatorischen Standards liegt uns besonders am Herzen. Die Erforschung der Sammlungsbestände begreifen wir als Grundlage für zahlreiche Aufgaben und Grundlage für die Erfüllung des Bildungsauftrages des Museums.

Die Vermittlung der Bedeutung der Objekte und ihrer kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenhänge begreifen wir als eine der Hauptaufgaben des Museums.

 

Sonderausstellungen haben die Aufgabe, die eigenen Bestände in einen fruchtbaren Dialog mit Leihgaben aus dem In- und Ausland zu stellen, der die überregionale Bedeutung der Sammlung unterstreicht und Aufschlüsse für die eigene Forschung des Museums liefert. Gesellschaftlich aktuelle Themen sollen sich in den Aktivitäten unseres Museums widerspiegeln. Wir setzen uns dafür ein, dass sich das Museum auch für die zeitgenössische Kunst und Kultur im historischen Dialog engagiert, weniger populäre Themen aufgreift und sich auch der Alltagsgeschichte und den Kulturen von Minderheiten und Randgruppen widmet.

 

6. Besucherorientierung

 

Das Museum dient insbesondere der Begegnung des Besuchers mit der Sammlung. Wir sehen das Brukenthalmuseum als Dienstleister an der Gesellschaft, der seine Besucher als Gäste empfängt und sich an deren Wünschen und Bedürfnissen orientiert.

 

Den vielfachen Besuchererwartungen soll durch ein breit gefächertes Angebot begegnet werden, das sowohl begleitend zu ständigen und temporären Ausstellungen als auch unabhängig von Ausstellungen entwickelt wird. Das Brukenthalmuseum soll sowohl die Möglichkeit zu aktivem Lernen, als auch zu Erholung und Erbauung geben. Wissen soll anschaulich vermittelt werden. Zielgruppenspezifische Angebote für Einzelbesucher und Gruppen, für Schüler und Lehrer, für Familien, für Kinder und Senioren, für Personen mit Behinderung, für Berufsverbände und Tagungsteilnehmer machen das Brukenthalmuseum zu einem attraktiven Ziel das gesamte Besucherspektrum. Zum Zwecke eines intensivierten Dialoges werden auch Kooperationen mit Schulen, Universitäten und Akademien angestrebt. Neue Bevölkerungskreise sollen für das Museum als Bildungs- und Freizeitort für sich entdecken. Wir möchten ihnen nicht nur als Publikum begegnen, sondern bieten die Möglichkeit zur Zusammenarbeit im Rahmen von Programmen zur Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter an. Uns, unseren Besuchern und Partnern soll immer auch vor Augen stehen, dass wir auch durch die Pflege, den Erhalt und den gezielten Ausbau der Sammlungen für das Publikum von heute und morgen arbeiten.

 

7. Barrierefreiheit

 

Das Brukenthalmuseum soll ein Haus für alle Menschen werden. Mit speziellen Angeboten und Dienstleistungen soll aktiv auf unterschiedliche Gruppen zugegangen werden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, auf ihre Weise Natur und Naturgeschichte, Kunst und Geschichte im Brukenthalmuseum zu begegnen.

 

Sammlungen werden nicht nur durch das Offenhalten der Sammlungen und die (rochierende) Präsentation eines möglichst großen Teils der Sammlungsbestände zugänglich gemacht, sondern auch durch deren Publikation in verschiedenen Medien, auf dem Internet, durch Online- und gedruckte Kataloge etc.

 

Forscher aus dem In- und Ausland sollen sich eingeladen fühlen, zur Erforschung und Vermittlung der Sammlungsbestände beizutragen. Die systematische Publikation der Bestände in Sammlungs- und Oeuvrekatalogen und die Aufbereitung der Bestände der Forschungsbibliothek als OPAC im Internet sind die geeigneten Mittel, die Sammlungen des Brukenthalmuseums für die Forschung zugänglich zu machen.

 

8. Organisation

 

Die Verantwortlichen der Evangelischen Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt für die Brukenthalsammlungen und die Mitarbeiter des Brukenthalmuseums sind ein Team. Ein zentrales Ziel sehen wir in der Verbesserung der Informationsstrukturen, der Intensivierung der interinstitutionellen und internen Kommunikation und Transparenz der Entscheidungsabläufe sowie der praktischen Umsetzungen.

 

Die besondere Bedeutung der (nach außen hin oftmals unsichtbaren) Aufgaben von Werkstätten, Aufsichten, Technik, Wissenschaft, Verwaltung, Dokumentation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museumsleitung ist uns bewusst.

 

 

9. Kommunikation

 

Kommunikation ist entscheidend für die Erfüllung aller Ziele, die das Museum anstrebt. Die Öffentlichkeitsarbeit des Brukenthalmuseums soll in Zukunft Projekte und Arbeitsvorhaben des Museums über die Medien frühzeitig mitteilen. Anregungen der Besucher zum Angebot des Museums werden ernst genommen und intern diskutiert. Den Aufsichten und dem Sicherheitspersonal am Empfang kommt dabei eine besondere Aufgabe und Bedeutung zu, da sie den direkten Kontakt zu den Besuchern herstellen und pflegen und deren Wünsche und Interessen an die Mitarbeiter weiter tragen.

 

Die interne Kommunikation ist für die Außenwirkung des Museums von entscheidender Bedeutung. Ein offenes Gespräch über alle Sachthemen, die mit dem Museum in Beziehung stehen, ist immer willkommen. Leistung soll explizit anerkannt und Kritik zugelassen werden. Verbesserungsvorschläge werden stets begrüßt. Die Arbeitsabläufe zwischen Kirchengemeinde und Museum sowie im Brukenthalmuseum gestalten wir so transparent, dass sich alle Mitarbeiter in ihrer Funktion bestätigt fühlen. Alle Entscheidungsprozesse werden ebenfalls transparent gestaltet und auf verschiedenen Kommunikationsebenen vermittelt. Im Hinblick auf alle Ziele des Brukenthalmuseums fördern wir eine Kommunikation, die sachlich und menschlich geführt wird.

 

Erfahrungen und Wissen werden offen ausgetauscht und an Kollegen im Haus und nach außen weiter gegeben. Davon soll besonders der Museumsnachwuchs profitieren, denn das Brukenthalmuseum begreifen wir auch als Ausbildungsstätte für angehende Museumsfachleute. Die eingesessenen Mitarbeiter haben eine Ausbildungspflicht gegenüber dem jungen Personal. Das Brukenthalmuseum soll allen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich fachlich weiterzubilden.

 

10. Kooperationen

 

Das Museum arbeitet mit zahlreichen Einrichtungen, Institutionen und Einzelpersonen aus Wissenschaft, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammen und kann diese noch intensivieren. Durch seine überregionale Vernetzung soll das Museum sich öffnen und zu einem Veranstalter und Gastgeber werden, der das kulturelle Leben der Stadt Hermannstadt in vielfältiger Weise befruchtet.

 

Die Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt engagiert sich für die Zusammenarbeit des Museums auf dem gesamten Gebiet Siebenbürgens sowie in nationaler und internationaler Kooperation.

Einen Schwerpunkt bilden dabei die Beziehungen zu den hinsichtlich des Sammlungsspektrums besonders wichtigen Institutionen der Länder Deutschland und Österreich.

 

11. Förderer des Museums

Hinsichtlich der treuhänderischen Ausgabe öffentlicher Haushaltsmittel bemühen wir uns um Förderer für kleine und große Projekte des Museums.

Dabei sind Patenschaften für Exponate und Restaurierungsobjekte genauso wichtig wie finanzielle Unterstützung bei Ausstellungen und anderen Projekten. Das Engagement eines jeden Einzelnen trägt dazu bei, das kulturelle Erbe unseres Museums zu bewahren.

 

12. Leitbild im Wandel

 

Die Evangelische Kirchengemeinde A. B. Hermannstadt ist sich der Unveränderlichkeit ihres Auftrags, das kulturelle Gedächtnis der Region zu bewahren, bewusst. Dieses Leitbild dient als Prüfstein und Gradmesser der Umsetzung der Aufgaben des Museums. Jeder Mitarbeiter des Museums soll sich jederzeit mit dem Leitbild identifizieren können.

 

Aus diesem Grund ist es stets aufs Neue zu hinterfragen und im Austausch mit den Mitarbeitern und Besuchern des Museums kontinuierlich zu erneuern.

 

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