Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt

Vorstellung unserer KirchengemeindeVorstellung unserer Kirchengemeinde

 

Vorstellung unserer Kirchengemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Augsburgischen Bekenntnisses aus Hermannstadt lebt als deutschsprachige Minderheit in einem rumänisch-orthodoxen Umfeld. In der Gemeinde entfaltet sich Arbeit, die von Hoffnung getragen wird. Ich möchte sie entlang der Stichworte Seelsorge, Diakonie und Kultur beschreiben.

 

die hoffnung findet zeit

 

 

Seelsorge

Die Kirchengemeinde will geistliche Heimat sein all denen, die das suchen. Wir gestalten den Weg durch das Kirchenjahr und seine Feste, lassen Kinder und junge Menschen hineinwachsen in das, was uns trägt und wichtig ist. Wir begleiten Menschen an wichtigen Punkten und Umbruchszeiten ihres Lebens und versuchen, tatkräftig unterstützt durch den Kreis von 35 ehrenamtlichen ‚Helferinnen’, jährlich jede Familie unserer Gemeinde zu besuchen.

 

Bei diesen Besuchen kommen ganz verschiedene Kulturen in den Blick: zum einen sind es die alteingesessenen und traditionsbewussten Siebenbürger Sachsen; zum anderen sind es die evangelischen Gemeinde- oder Familienmitglieder mit einem rumänisch-orthodoxen Hintergrund, der ganz selbstverständlich ihre Lebensweise auch nach der Konfirmation prägt; und dann sind es in verstärktem Maße diejenigen Gemeindeglieder, die aus (West)Europa kommen und hier ihre Erfahrungen mit Glauben und Kirche engagiert einbringen. Heimat oder auch nur Herberge für eine begrenzte Zeit in unserer Kirchengemeinde zu finden fordert von allen drei Gruppen Lernbereitschaft und stellt unsere Pfarrer und Mitarbeiterinnen vor immer neue Aufgaben.

 

Das traditionelle Pfarrerbild erweitert sich in der großen Gemeinde. Jeder hat neben den klassischen Aufgaben eines Seelsorgebezirks eigene Schwerpunkte der Gemeindearbeit übernommen: Pfarrer Hans-Georg Junesch verantwortet den Religionsunterricht, die Jugendarbeit und den Friedhofsausschuss, Pfarrer Klaus Untch die Kinderarbeit, die Helferinnengruppe und 6 kleine Gemeinden, Stadtpfarrer Kilian Dörr Geschäftsführung, Bauausschuss, Umweltteam und die Brukenthalstiftung.

 

Am 1. Januar 2012 gehörten 1297 Seelen zu unserer Kirchengemeinde. Im Laufe des Jahres 2012 kamen 10 durch Taufe und 9 durch Zuwanderung aus anderen Gemeinden hinzu. Eintritte und Neuaufnahmen in die evangelische Kirche hatten wir 8. Es starben 26 Gemeindeglieder, davon wurden 4 auswärts beerdigt. Abwanderungen nach Europa zählen wir 16, Überweisungen innerhalb des Landes 11, Austritte 1 und Weigerer 5. Demnach beträgt die Seelenzahl unserer Gemeinde am 1. Januar 2013 1265 Seelen, das sind um 32 Gemeindeglieder weniger als im Vorjahr.

 

Zusätzlich haben wir als Kirchengemeinde Verantwortung für zwei kleinere evangelische Gemeinden im Umkreis übernommen: Hammersdorf ( 33 Seelen) und Schellenberg (23 Seelen). Zusammen mit ihnen bilden wir seit 2012 einen Gemeindeverband.

 

Evangelischer Religionsunterricht wird von 5 Unterrichtenden an etwa 800 Schüler in verschiedenen Schulen der Stadt in deutscher Sprache erteilt.

 

die hoffnung kämpft für das recht des andern
 die hoffnung feiert und tanzt
 die hoffnung macht zärtlich

 

Tatsache ist, dass ein Großteil der aktiv Mitwirkenden in den meisten Bereichen unserer Kirchengemeinde Frauen sind: im gründlich und phantasievoll vorbereiteten sonntäglichen Kindergottesdienst, in den Kinderbibeltagen und Schulgottesdiensten, Handarbeitskreisen und im Helferkreis, und natürlich in der Diakonie. So ist es nur normal, wenn sie auch in der Leitung der Kirchengemeinde Verantwortung übernehmen, was im November 2009 geschah. Mit Anita Pavel wurde erstmal in der Geschichte der Kirchengemeinde eine Frau als Kuratorin gewählt. Zu den weiteren Mitgliedern des Presbyteriums, den Mitarbeitern und Pfarrern unserer Kirchengemeinde können Sie sich auf der Internetseite unter hermannstadt.evang.ro/gemeinde/ informieren.

 

die hoffnung kann entbehren
die hoffnung weiss zu geniessen
 die hoffnung schürt das feuer der liebe

Diakonie

 

Einen besonders wichtigen Bereich evangelischer Präsenz in Hermannstadt macht das diakonische Engagement der Kirchengemeinde aus. Sie wird vom Diakonieausschuss des Presbyteriums verantwortet und von den beiden Diakoniebeauftragten sowie vielen Ehrenamtlichen in die Tat umgesetzt. Wir freuen uns, dass neben den großen westlichen Unterstützungen und dem Einsatz aus der eigenen Gemeinde auch immer mehr Spenden aus dem Inland diese Arbeit ermöglichen. Traditionell gehören zur Gemeindediakonie die Kleiderkammer und die Medikamentenstelle, die Unterstützung in Notfällen, die Blindengruppe, die Winterhilfe und verschiedene Patenschaften. Gut bewährt hat sich inzwischen das Arbeitslosenprojekt, bei dem wir einfache und günstige Arbeiten an Bedürftige vermitteln. hermannstadt.evang.ro/diakonie/

 

Ein Dauerbrenner ist das Tageszentrum „Offenes Haus“ für Kinder aus sehr armen Familien geworden, die größtenteils nicht aus unserer Gemeinde stammen. Vielen dieser Kinder bleibt angesichts der katastrophalen Verhältnisse zu Hause oft nur die Flucht. Unterstützt vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland bieten wir seit 7 Jahren mit unserem „Offenen Haus“ den Kindern eine Alternative zum Leben auf der Strasse an.

 

 

In eine nicht weniger akute Bresche springt die ‚Werkstatt für Menschen mit Behinderungen’, bei der unsere Kirchengemeinde Partnerin der Profis vom Diakoniewerks Gallneukirchen, sowie des Kreisrates und des Bürgermeisteramtes ist. In einem zentral gelegenen Kirchenhaus wird Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung eine Möglichkeit geboten, sich sinnvoll zu betätigen und am Arbeitsleben und Gesellschaft teilzuhaben.

 

 

Richtig angelaufen ist mittlerweile das Projekt „Betreutes Wohnen“. In einigen Wohnungen der Kirchengemeinde haben wir begonnen, mit Hilfe der Zürcher Kommende der Johanniter eine Art Sozialwohnungen einzurichten für Menschen die aus irgendeinem Grund ihre bisherigen Wohnungen verlassen mussten. Das sind zu 50% Rentner, aber auch Frauen mit Kindern. Mit der befristeten Wohnung verbinden wir nach Bedarf Begleitung zu den Ämtern, Hilfe auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, Einteilung der Mittel etc. bis sich die Lage verbessert.

 

 

„Wie macht ihr denn das alles?“ Um Fragen wie diese geht es in der ‚Lernpartnerschaft’ zwischen unserer Kirchengemeinde und der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (EVA). Hüben wie drüben werden durch diese Partnerschaft diakonische Einheiten besucht und hospitiert, auf Fortbildungen für unsere Mitarbeiter erörtern wir Themen wie Fundraising oder Rechtsberatung und arbeiten daran, verschiedene NGOs im sozialen Bereich in Hermannstadt mit Regierungsorganisationen zu vernetzen, um Hilfen zu bündeln.

 

Erfreulich ist, dass wir die Arbeit am Projekt „Schellenberg“ in diese Lernpartnerschaft integrieren konnten. Schellenberg ist ein Ort neben Hermannstadt, mit einem großen Pfarrhof, der zu unserer Kirchengemeinde gehört. In diesem Jahr hat die Gemeindevertretung vorgesehen, dieses Anwesen für diakonische Projekte zur Verfügung zu stellen, namentlich für betreutes Wohnen und Landbau durch die Betreuten, unter der fachkundigen Anleitung eines Biobauern. Beabsichtigt ist auch die Kooperation mit weiteren diakonischen Trägern – z.B. Erweiterung der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.  hermannstadt.evang.ro/diakonie/projekt-schellenberg/

 

die hoffnung fällt und erhebt sich wieder
die hoffnung steigt über berge
die hoffnung durchschwimmt das meer

Kultur

 

Kirchbaukultur:

Mit der Erhaltung der 700 Jahre alten gotischen Stadtpfarrkirche führt unsere Kirchengemeinde eine Aufgabe weiter, bei der die kulturelle von der geistlichen Seite nicht zu trennen ist. Die Gottesdienste und Kirchenkonzerte, die Ausstellungen in der Ferula aber auch einfach die verlässlich geöffnete Kirche mit dem Gebetsleuchter, dem Fürbittenbuch und den freundlichen jungen Kirchenführern ziehen an schönen Sommertagen bis zu tausend Leute in das Gotteshaus am Huetplatz.

Die architektonischen Herausforderungen sind groß: das siebengieblige Kirchendach mit einem der ältesten bekannten Dachstühle des Landes, und etliche der Gewölbe sind laut zweier Gutachten in einen ‚Grenzzustand der Stabilität’ gelangt. Um die Kirche weiter nutzen zu können, mussten wir ein riesiges Schutz- und Stützgerüst einbauen. Durch den beherzten Einsatz vieler Spender aus dem In- und Ausland, und insbesonders durch die Großzügigkeit von Herrn Helmut Kreutz sind wir in der Lage, die Arbeiten zu beginnen und alle ausführlichen Planungsarbeiten zu beauftragen, die für eine EU-Antragstellung notwendig sind, um mindestens einen Teil der geschätzten 4,5 Mio Euro Renovierungskosten aufzubringen. Angesichts der sehr unterschiedlichen Anforderungen in der EU und Rumänien sind das Architekturbüro Krekeler als Generalplaner und der Bauausschuss des Presbyteriums vor keine leichte Aufgabe gestellt. Das Sanierungskonzept kann unter evang.ro/hermannstadt/kirchenrenovierung eingesehen werden.

die hoffnung kann wütend werden
die hoffnung kann wunder erleben
die hoffnung lacht subversiv

 

Museumskultur:

Samuel von Brukenthal (1721-1803) von Kaiserin Maria Theresia zum Gouverneur von Siebenbürgen ernannt, liess sein Palais am Großen Ring mit seinen in fünfzig Jahren gesammelten Kunstschätzen zu Lebzeiten für das große Publikum öffnen. Er verfügte, das seine Sammlungen von Büchern, Gemälden und Kupferstichen sowie die Mineralien-, Münz- und Antikensammlungen zusammenbleiben und immerwährendes Eigentum des Evangelischen Gymnasiums in Hermannstadt werden und zugleich öffentlich zugänglich sein sollten. Einige Jahre vergingen, bis das Museum schließlich 1817 vom damaligen Stadtpfarrer von Hermannstadt feierlich eröffnet werden konnte.

Nachdem der letzte männliche Erbe verstarb, gelangten Museum und Palast 1872 in den Besitz der Evangelischen Kirche. Fortan wurde das Museum auch durch Leihgaben und Schenkungen aus den Kunstbeständen der evangelischen Kirchengemeinden Siebenbürgens bereichert. Zahlreiche Abendmahlsgeräte aus Edelmetall, kostbare mittelalterliche Messgewänder, liturgische Manuskripte und Inkunabeln, osmanische Teppiche, gotische Skulpturen und Flügelaltäre fanden Eingang in die Sammlungen. Angesichts der zahlreichen Zugänge wurde aus Raummangel die Ferula der Stadtpfarrkirche ab den zwanziger Jahren als Ausstellungsraum für die „kirchlichen Alterthümer“ verwendet.

1948 wurde das Museum von den kommunistischen Machthabern verstaatlicht, blieb jedoch im Bewusstsein der Öffentlichkeit stets der bedeutendste Kulturort der Evangelischen Kirche.

Durch ein Abkommen zwischen der Evangelischen Kirche und der rumänischen Regierung wurde im Dezember 2005 die Rückgabe des Palais und der enteigneten Sammlungen besiegelt und vereinbart, dass die bestehende staatliche Museumsinstitution auch weiterhin diese Güter betreuen dürfe.

Das Museum wird seit Unterzeichnung des Abkommens von einem Generaldirektor und einem Verwaltungsrat geleitet, in dem die Evangelische Kirchengemeinde paritätisch vertreten und dadurch an der Entwicklung des Museums mitbeteiligt ist. Dadurch, dass sowohl Führungspersönlichkeiten des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien als auch der Landeskirche in den Verwaltungsrat berufen wurden, können nicht nur die Interessen der Hermannstädter Kirchengemeinde, sondern der gesamten deutschen Minderheit in die Museumsverwaltung eingebracht werden. Durch diese spannende staatlich-private Mischverwaltung sind wir in der Lage, die uns vererbten Sammlungen und das Palais in den Dienst der Öffentlichkeit zu stellen. evang.ro/hermannstadt/brukenthalsammlungen

die hoffnung bleibt neugierig
die hoffnung entdeckt zusammenhänge
die hoffnung sucht verbündete

 

Lebenskultur:

Zu evangelischer Kultur in Hermannstadt zählen wir nicht nur die Bewahrung des Kulturerbes – vielmehr gehört für uns auch ein neuer Lebensstil dazu, der achtsam mit der gesamten Schöpfung Gottes umgeht – statt sie für die eigenen Zwecke zu verbrauchen, nach den Regeln des freien Marktes. In diesem Sinne hat sich unsere Kirchengemeinde zum Ziel gesetzt, die eigene Daseinsweise kritisch zu überprüfen und konkrete Schritte zur Reduzierung des ‚ökologischen Fussabdruckes’ zu unternehmen. Die möglichst umweltfreundliche Gestaltung der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Hermannstadt 2007 durch unsere Gemeinde war ein erster Höhepunkt auf diesem Weg, der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt wurde. Neben der teilweisen Bio-Verpflegung der 2500 Teilnehmer war es uns z.B. möglich, mit den Spenden zur Flugkompensation einen Kirchenwald bei Hammersdorf wieder aufzuforsten. In einem umfassenden Projekt „Nachhaltiger Kirchenwald Siebenbürgen“ zieht diese Arbeit weitere Kreise. Ein neues Ergebnis liegt in der Zertifizierung unseres Umweltmanagements von vier kirchlichen Gebäuden nach der europäischen EMAS-Norm vor – als zweite Institution in Rumänien überhaupt. Eine kirchliche Hermannstädter Umweltfibel gibt heute all denen erste Anregungen in die Hand, die ihren Lebensstil überdenken und verändern wollen.

Details unter hermannstadt.evang.ro/oekomanagment/

die hoffnung verteidigt igel und bäume
die hoffnung geht zu fuss
die hoffnung strampelt auf dem rad

 

Jugendkultur:

Aus ähnlichen Überlegungen heraus ist der Plan entwickelt worden, ein Jugend-Umwelt-Bildungszentrum in Hammersdorf einzurichten. Das Anwesen ist eine regelrechte Kirchenburg in unmittelbarer Nähe von Hermannstadt (Stadtbus) und dem Kirchenwald. Durch Schule, Pfarrhaus, Nebengebäude und etliche Gärten innerhalb der Ringmauer ist es für diese Zwecke denkbar gut geeignet (Siehe unter maps.google.com - Gusterita- dort „B“) Dazu möchten wir unsere Bemühungen mit denen des Jugendwerks der Evangelischen Kirche verbinden, die in dieser Kirchenburg der landeskirchlichen Jugendarbeit ein Zuhause geben will. In den Ferien sollen dort kirchliche Freizeiten stattfinden und Fortbildungen für ehrenamtliche Mitarbeiter organisiert werden. Junge Menschen aus dem ganzen Land können so in praktischer Weise mit Themen des evangelischen Glaubens auch das Umweltmanagement der Kirchengemeinde kennenlernen, einen umweltfreundlichen Lebensstil ausprobieren und die technischen Besonderheiten eines aufgrund von erneuerbaren Energien funktionierenden Hauses kennenlernen. Da evangelische Jugendarbeit dieses gesamte Anwesen nicht auslastet, wollen wir mit den Schulen Hermannstadts, der rumänischen Umweltagentur sowie mit Partnern aus Deutschland für alle Schulkinder der Stadt Einheiten und Wochenenden zu Umweltthemen anbieten.

 

die hoffnung hat nichts
die hoffnung will alles
die hoffnung betet um das reich gottes

 

Und wenn in diesem Bericht durch all die Facetten von Seelsorge, Diakonie und Kultur das Bild einer gastfreundlichen Gemeinde hindurch scheint, dann hat er seinen Zweck erreicht. In guter Hoffnung.

 

Kilian Dörr

 

 

Die Zeilen zur Hoffnung auf der rechten Seite stammen größtenteils von Kurt Marti
26.04.17

Samstag, 29. April, 18 Uhr Chorkonzert Stadtpfarrkirche, Sonntag singen im Gottesdienst 10 Uhr

 

24.03.17

Noemi Miklos spielt am 11. April in der Stadtpfarrkirche "Le chemin de la Croix" op. 29 (1931) - "De...

 

14.03.17

Wir stellen einen Gärtner (-in) ein, der die Gärten der Kirchengemeinde nach Bio-Standards bebaut.

 

16.02.17

Vom 27. - 29. Januar machte das Reformationsmobil in Hermannstadt seine östlichste Station - ein sch...