Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt

StadtpfarrkircheCatedrala Evanghelica din Sibiu

 

Christ' ist erstanden von der Marter alle

Durch unseren Ostergottesdienst zog sich das Dictum von Johann Sartorius "Grab und Felsen öffnet euch!", das er 1756 speziell für den Gottesdienst der Stadtpfarrkirche komponiert hatte. Johann Sartorius, der Sohn des Hermannstädter Kantors, hatte Geschichte, Recht und Theologie in Jena und Kiel studiert, dann als Hauslehrer in Hamburg gewirkt und ist dort als junger Musikbegeisterter mit Georg Philipp Telemann zusammengetroffen – jedenfalls hat er, als er nach Hermannstadt zurückkehrte, dessen Passionsmusik mitgebracht und deren Aufführung hier ermöglicht. Hier wirkte er 6 Jahre als Kantor, das heisst, er sorgte mit dem Schülerchor für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste – im gefühlvollen, hingebungsvollen Stil, den er kennengelernt hatte und nun weiterführte. Dass diese Ostermusik,geschrieben in einem Jahr. als Züge österreichischer Glaubensflüchtlinge hier ankamen und Heimat fanden, nun heute, gut 260 Jahre danach, unseren Ostergottesdienst durchzieht – was für ein schönes Zeichen. ... ... ... Foto: Jeanine Kaiser

Christvesper in der Stadtpfarrkirche

Zur Christvesper 18 Uhr führten die Jugendlichen ein Krippenspiel auf, begleitet vom Kinderchor

Die Stadtpfarrkirche

Die Südfassade mit ihren sieben Gabeln
3. Ökumenische Versammlung

Die Stadtpfarrkirche von Hermannstadt ist im Laufe der Geschichte mit zahlreichen Attributen belegt worden:  Als „merckwürdigstes Gebäude Hermannstadts“, wird sie in einem Reisebericht bezeichnet; der Hermannstädter Gelehrte Emil Sigerus nannte sie eine wahre „Gedenkhalle“ der Siebenbürger Sachsen. Heute ist sie viel mehr: ein Wahrzeichen der Stadt Hermannstadt.

Die Geschichte beider, Stadt und Kirche, sind aufs Engste miteinander verbunden. Jene kirchlichen Einrichtungen, die an dieser Kirche ihren Sitz hatten, waren es, die 1191 zur ersten urkundlichen Erwähnung Hermannstadts führten. Papst Coelestin III bestätigte in diesem Jahr die Selbständigkeit der „Ecclesia Theutonicorum Ultrasilvanorum“, also der Kirche der Deutschen Siebenbürgens. Deren Leitung hatte die Propstei in Cibinium inne. 

Gemeinsam mit der Stadt gedieh auch der Kirchenbau.  Zwischen dem 13. und dem ersten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts wurde er Schritt für Schritt in ein gotisches Bauwerk umgewandelt. Durch den Anbau der Ferula im Westen und den Ausbau der südlichen Langhaushälfte zur Hallenkirche gewann er an Raum. Der Gebäudekomplex, der auf dem Kirchhof im Laufe des Mittelalters entstand und heute verschwunden ist, schloss zu seiner Glanzzeit neben der großen Kirche selbst auch vier Kapellen ein, während innerhalb der Stadtbefestigung zahlreiche weitere Kirchen und Klöster entstanden. Bis zum Übertritt zum lutherischen Glauben, der im Jahre 1545 von Hermannstadt aus für die gesamte siebenbürgisch-sächsische Nation durchgeführt wurde, waren Kirche und Stadt ganz in die katholische Religiosität eingebunden. Aus jener Zeit sind heute noch wertvolle Zeugnisse wie das bronzene Taufbecken, ein großer Flügelaltar, und das monumentale Kreuzigungsbild des Johannes von Rosenau an der Nordwand des Chores erhalten.

 

Während der Bau um das Jahr 1520 zwar seinen Abschluss gefunden hatte, so bereicherte und gestaltete weiterhin Generation um Generation die Ausstattung der Kirche gemäß ihrer eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen. So entstand hier das umfassendste und repräsentativste Ensemble von Grabplatten und Epitaphien in Siebenbürgen, eine der größten Orgeln des Landes und ein glänzender Schatz mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Goldschmiedekunst, der heute im Brukenthalmuseum zu sehen ist. Der Kosmos des alten Stadtlebens, zu dem diese Denkmäler gehörten, lässt sich aber nirgends besser nachvollziehen als im Museum der Evangelischen Landeskirche, das sich wenige Gehminuten von der Stadtpfarrkirche entfernt befindet.

Nicht nur die Kirche, sondern auch der Huetplatz selbst vermittelt mit der Gegenüberstellung von Stadtpfarrkirche und Brukenthalgymnasium jene hohe Bedeutung humanistischer Werte, die die Stadtgemeinschaft seit Jahrhunderten als überzeitlich betrachtet. Entsprechend zeigt das bronzene Denkmal zwischen Schule und Kirche Bischof Georg Daniel Teutsch (1817-1893) im Ornat des evangelischen Geistlichen. Dessen zukunftsweisende Reformen führten auf allen Ebenen zur Verbesserung gesellschaftlicher Verhältnisse, besonders aber im Bereich des deutschsprachigen Schulwesens, in dessen Renommé sie heute noch Niederschlag findet.

Trotz ihres geschrumpften Umfangs ist die Evangelische Kirchengemeinde A. B. Hermannstadt auch heute noch die größte evangelische Kirchengemeinde in Rumänien und setzt zahlreiche Akzente im kulturellen Leben der Stadt. Mehrere soziale und karitative Einrichtungen werden von ihr unterhalten, und auf dem Gebiet des Umweltschutzes nimmt sie in Rumänien eine Vorreiterrolle ein. Die Stadtpfarrkirche ist ein gastfreundliches Zentrum der Ökumene und eine Begegnungsstätte für Besucher aus Nah und Fern, in dem zahlreiche Sprachen aus aller Herren Länder erklingen. Mit vielen Konzerten und Ausstellungen bereichert sie Jahr für Jahr das öffentliche Leben. Zwischen April und Oktober begrüßen Kirchenführer die Kirchenbesucher und berichten aus der Geschichte unserer Kirche, die sich bis in unsere Gegenwart lebendig fort setzt.

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