Corona-Hilfe

Direkte Hilfe in der Kirchengemeinde

Zeichnung von Dan Perjovschi

Für Menschen unserer Gemeinde, die alleine zu Hause sind, sich Sorgen machen oder aus irgendeinem Grund Hilfe benötigen (Einkauf, Arzneimittel, Gespräch, Besuch etc),  ist unsere Diakoniebeauftragte Annemarie Fazakas ab Montag unter dieser Telefonnummer erreichbar:
0759 966 194  
Zusammen mit einem Team von freiwilligen Helfern wird sie die nötigen Schritte unternehmen, um direkt entsprechende Hilfe in die Wege zu leiten. Wer bei diesem Helferteam  mitmachen möchte, ist eingeladen, seine Bereitschaft mitzuteilen.

Unser Besuchsdienst hat sich aufs Telefonieren verlagert. Es gibt Leute in unserer Gemeinde, die sich gerade in dieser Zeit der Isolation über einen Anruf freuen und es schätzen, auf diese Art Kontakt zur Außenwelt und zur Kirchengemeinde zu bekommen. Das ist für alle, die mitmachen wollen, eine gute Gelegenheit, einzusteigen. Wer also etwas Zeit am Telefon erübrigen kann und gerne mit Leuten aus der Gemeinde in Kontakt tritt, ist eingeladen, sich bei einem der Pfarrer zu melden.

Die Pfarrer sind selbstverständlich auch direkt für ein Gespräch oder einen Hilfseinsatz bereit und können telefonisch erreicht werden:  Kilian Dörr: 0727 825 864    Hans-Georg Junesch: 0727 313 642   Klaus-Martin Untch: 0724 071860

Unsere Organistin Brita Falch-Leutert hat eine Choralphantasie zu “Aus tiefer Not” von Fridthjov Andersen auf der Sauerorgel in der  Stadtpfarrkirche 2018 aufgenommen. Hier kann man sie hören- und gleichzeitig einen Blick in die Stadtpfarrkirche tun.

Auf der Seite unserer Landeskirche  evang.ro werden laufend aktuelle Informationen, Empfehlungen und Hinweise auf verschiedene geistliche Angebot veröffentlicht. Es lohnt, dort einmal nachzuschauen.

 

Carl-Wolff-Heim in Corona-Zeiten

Teuerung für medizinische Hilfsmittel erschwert die Situation

seit dem 06.03. 2020 ist das Altenheim samt den beiden Hospizen eine kleine Festung. Rausgehen und Reinkommen sind nicht möglich, außer der Anlieferung der Waren, dem Eintragen auf die Warteliste für das Hospiz  und die Übernahme von Hospizpatienten erfolgt der Alltag ganz unter uns. In 14-tägigem Rhythmus werden die Mitarbeiter abgewechselt, die Dienst habenden wohnen zum Teil im Haus und verbringen die nächsten 14 Tage zu Hause, möglichst in der Isolation, derweil die andere Gruppe arbeitet.

Es war sicher nicht leicht zu Hause kurzerhand alles liegen zu lassen (Kinder, kranke Eltern, den Hund und die Katze) und sich auf ein gemeinsames Wohnen, Essen, Freizeit , zweimal Ostern und Arbeit in Quarantäne umzustellen. Die erste Serie ging am Samstag nach Hause. Es ist eine gute Zeit sowohl für die Gruppendynamik als auch für die Bewohner gewesen.

Am Freitag wurden alle Mitarbeiter die in der zweiten Serie die Arbeit beginnen sollten, getestet. Auch wenn objektiv kein Anlass zur Sorge war, sind wir doch sehr erleichtert gewesen als am Sonntag der Anruf kam: alle Proben negativ.

Mal bewußter, mal weniger bewußt schwebr die Angst im Raum, den Virus ins Haus zu bekommen. Mundschutz, Einweghandschuhe, sich, Flächen, Zimmer und Gänge desinfizieren und Schutzkleidung sind zur Routine geworden. Dennoch denken und sprechen wir hunderte Male darüber. Es wird fast ein Zwang.

Die Altenheime wurden plötzlich in die Schutzmaßnahmen miteinbezogen, die sonst nur für die Abteilungen für Infektionskrankheiten und HIV Patienten gelten. Es ist eine riesengroße Umstellung für alle, keiner nimmt es auf die leichte Schulter, aber es sind Abläufe dabei, die geübt werden müssen. Die Zeit dazu hat keiner!  Nirgendwo.  Und die Maßnahmen setzen voraus, dass man große Mengen an Schutzmaterial besitzt. Herzlichen Dank an Philadelphia für die vielen Einwegkittel! Das Hospiz braucht sie besonders. Hier ist die Gefahr einer Ansteckung mit jedem neuen Patienten gegeben. Im Altenheim sind Aufnahmen zurzeit untersagt. Zum Schutz der Bewohner.

Der Alltag der Bewohner  ist eingeschränkter und distanter, sie gehen aber vorbildlich damit um, sie freun sich über Petras biblische Grüße zweimal pro Woche, sie spazieren durch den Garten, penibel darauf bedacht keine Grüppchen zu bilden. Sie sind genügsamer als wir, scheint es mir.

Was uns wirklich große Sorge macht, sind die sich stark verändernden Preise im medizinischen Bereich. Die Krise ist voll zu spüren. Jedes Kaufen von Einweghandschuhen, Mundschutz oder Desinfektionsmittel bedeutet ein Internet-Spießrutenlaufen. Die Preise verändern sich, kaum vorstellbar: Eine Packung Mundschutz, die im Januar etwa 40 Lei kostete, findet man nur noch für 90 Lei – 134 Lei. Einweghandschuhe von denen 100 Stück im Januar 18 Lei kosteten, bekommt man jetzt für 120 Lei, usw. Man kann nicht ohne, aber es geht tief in das Budget. Ich kann mir nicht vorstellen, dass von staatlicher Seite Hilfe kommen wird.  So suchen wir in vielen Stunden Finanzierungsquellen und günstige Angebote. Alles in der Hoffnung, genügend Schutz für alle 3 Häuser sichern zu können. Manchmal macht uns die Unberechenbarkeit dieses unsichtbaren Virus alle atemlos.

Kollateralopfer des Virus sind die vielen Hospiz-Patienten, die mit ihrer Krebserkrankung jeder Chanche auf Genesung beraubt werden. Sie werden abseits gehalten, man wagt keine agressiven Therapien, auch ohne Virus verlieren sie. Auch Darius und Crina und Alex verlieren viel, viel gute Lebenszeit. Wahrscheinlich irreversibel. Andere Zeiten, andere Maßstäbe!

Das Altenheim war von Beginn an als Kirchenburg gedacht. Wer hätte gedacht, dass wir das einmal so leben werden!

Wir wünschten uns, diese Zeit gesund zu überstehen!  Das wünschen wir auch Euch/Ihnen.

Heimleiterin  Ortrun Rhein
Kontakt über carlwolff.ro