Casa Calfelor

Seit dem ausgehenden Mittelalter besteht in den deutschsprachigen Ländern die Tradition der reisenden Handwerksgesellen, welche sich nach Abschluss ihrer Ausbildung für drei Jahre und einen Tag auf die Wanderschaft begeben. Sie reisen von Land zu Land, um die regional unterschiedlichen Handwerkstechniken kennenzulernen und im Sinne echter Völkerverständigung das menschliche Miteinander zu suchen. Auch heute befinden sich ca. 700 Gesellinnen und Gesellen „auf der Walz“ und zwar in den verschiedensten Handwerken vom Bäcker bis zum Zimmermann.

Nun stoßen wir in Hermannstadt bei unserer Kirchengemeinde immer wieder an das Problem der Handwerker: Die guten Meister aus Hammersdorf und Neppendorf sind ausgewandert, die rumänischen Handwerker pflücken lieber Erdbeeren in Spanien, als ihr Handwerk in Rumänien auszuüben bzw. verdienen auf Baustellen in Westeuropa ein Vielfaches vom hiesigen Lohn, geblieben sind oftmals nur die Pfuscher.
So entstand die Idee, mit wandernden Handwerkern nicht nur alte Traditionen wieder aufleben zu lassen sondern auch konkrete und fachgerechte Hilfe bei den fälligen Reparaturarbeiten an Kirche und den alten Kirchen-Häusern in der Stadt zu verbinden.
Diesen Handwerkern möchten wir nun in Hermannstadt eine Art Anlaufstelle bieten, die nach alter Zunftregel „Herberge“ oder „Krug“ genannt wird. Dort finden die Reisenden ein Unterkunft und es entsteht ein Kontaktforum für Auftraggeber und Handwerkern, die in unserer Stadt dringend gebraucht werden. So wird auf lebendige Weise die Tradition fortgepflegt, die auch in unserer Zeit nicht an Bedeutung verloren hat. Sowohl unsere Kirchengemeinde, als auch andere Auftraggeber, die um die Erhaltung historischer Bausubstanz in dieser Stadt und Umgebung interessiert sind, können auf die Arbeitskraft und Fachkenntnisse der Wandergesellen zurückgreifen, und diesen im Austausch ein äußerst reizvolles Betätigungsfeld bieten.

www.casacalfelor.ro